Flug über den Balkan nach Griechenland
Text und Fotos: Ulf Deecke
Im Juni 2024 wollten wir nach Griechenland. Mit der vom Verein jüngst gekauften C 182, OE-KCS. Mit Ihren Long Range Tanks, 140kt Cruise und 7h Endurance ist die KCS das perfekte Flugzeug für solche Reisen.
Mit einem Z Flugplan ging es VFR/IFR zunächst von Vöslau nach LRCD – Magura in Rumänien. Der Flugplatz wird von Ben Breit, einem deutschen Piloten und seiner rumänischen Frau betrieben. Er liegt gleich bei Sibiu/Hermannstadt.
In Rumänien wurde gerade Air Schengen eingeführt, somit kann man ihn direkt von Vöslau anfliegen und muss nicht mehr – so wie früher – einen Einreisestop am 5NM entfernten internationalen Flugplatz LRSB einlegen. Wir landeten auf RWY 32, kurz danach erschien die rumänische Polizei, Air Schengen war Ihnen offensichtlich noch nicht geläufig. Von LRCD ist man mit dem Taxi in 15 min im Zentrum, eine ideale Basis um die wirklich sehenswerte historische Innenstadt von Hermannstadt zu besuchen. Beim Abendessen mit Ben und seiner Frau haben wir viele Einsichten in das Leben in Rumänien gewonnen, als Pilot kann Ben auch alle Fragen zum Fliegen in der Region kompetent beantworten – und auch die Rumänische Polizei beruhigen. Am nächsten Tag tankten wird die Cessna, Avgas ist verfügbar,wir hatten uns vorher angekündigt. Die auf der Piste weidenden Schafe wurden rasch vom Motorenlärm und den Hunden verjagt und auf ging es nach Drobeta (RO-0023). Drobeta liegt direkt an der Donau, wir wollten uns das Eiserne Tor aus der Luft anschauen.
Das Eiserne Tor ist der Durchbruch der Donau durch die Karpaten, der Fluss wird bis auf 200 m verengt. Früher waren hier gefährliche Stromschnellen, die den Handel auf der Donau gefährdeten, 1972 entstand hier durch den Bau des Kraftwerks Eisernes Tor ein großer Stausee, dies beseitigte unter anderem die Schwierigkeiten für die Schifffahrt. der Flug verlief entlang des Karpatenbogens, das letzte Stück entlang der Donau über das Eiserne Tor nach Dobreta. Dort empfing uns der Betreiber Endre, von ihm bekamen wir ein Auto um die Umgebung zu erkunden und Zimmer in seiner Pension . Sehr praktisch. Auch Avgas für den nächsten Tag stand schon in einem Fass bereit. Am nächsten Tag stand der Flug nach Griechenland am Plan, Flugdauer 4 h, von Drobeta nach LGSO. Wir gaben einen Z Flugplan auf. In Drobeta VFR gestartet, dauerte es eine Weile bis die Lotsen der Info Frequenz unseren Request für IFR Pickup verstanden, GA mit IFR ist in Rumänien offensichtlich nicht sehr üblich. Hinsichtlich Bürokratie und AVGAS Verfügbarkeit wirkt Griechenland auf den ersten Blick kompliziert. Trotz Schengen benötigt man für den Ein- und Ausflug jeweils einen Airport of Entry. AVGAS ist nicht an allen Flugplätzen verfügbar, hier ist die große Reichweite der C182 natürlich von Vorteil. Die AOPA Griechenland hat sehr hilfreiche Informationen für das Fliegen in Griechenland zusammengestellt, das klärt einiges, Handling ist an allen Flugplätzen verpflichtend, aber mit der AOPA Karte bekommt man bei einigen Handlern signifikante Rabatte, so dass die Kosten dann schon wieder sehr günstig.
Anflug auf Syros – LGSO
LGSO ist PPR und man kann – on request – auch vom Ausland anfliegen und AVGAS gibt es auch. Syros ist eine wunderschöne Insel in den Kykladen, es gibt keine Direktflüge von Europa, demnach ist die Insel auch nicht so überlaufen Der Flug führte – bei perfektem Flugwetter – über Bulgarien and die griechische Küste, vom Controller in Kavala wurden wir mit einem freundlichen ‚Kalimera‘ begrüßt. Dann ging es über das Mittelmeer über die Insel Limnos.
Über dem Meer wird der ‚Boden‘ am künstlichen Horizont im Garmin 1000 übrigens dunkelblau, der Himmel bleibt ´hellblau. Sollte man wissen falls man über dem Wasser in IMC gerät…
Vor der Landung konnten wir uns die Insel Syros von oben anschauen und schon mal die besten Strände ausfindig machen. Plan war es drei Nächte auf Syros zu bleiben, man will sich bei einer solchen Reise ja auch erholen.
Ein herrlicher Sonnenuntergang auf Syros
Nach Strand, schwimmen, gutem Essen und wunderbaren Sonnenuntergängen ging es weiter nach LGEP. Epitalo liegt gleich bei Olympia, dieses wollten wir uns anschauen.
Wir flogen über den Kanal von Korinth und bald war das Stadion von Olympia aus der Luft zu erkennen, das kann man auch mit einer Landebahn verwechseln ;-). In LGEP gibt es keinen Sprit und PPR only, wir hatten vorher Kontakt mit dem Betreiber aufgenommen. Wichtig, dass man erst über dem Flugplatz Höhe abbaut, über dem historischem Olympia liegt bis 2000 ft eine Flugverbotszone.
Theodorus, der Betreiber empfing uns freundlich, fuhr uns zu dem Hotel seiner Schulfreundin und besorgte uns einen Mietwagen für den Besuch von Olympia. Am Abend hat er uns auch noch zum Essen eingeladen. Am nächsten Tag flogen wir weiter nach Ioannina.
LGIO ist ein Port of entry/exit, von hier können wir dann aus dem griechischen Luftraum ausreisen. Ioannina liegt sehr schön gelegen am gleichbenannten See mit einer sehr schönen Altstadt. Von Ioannina ging es weiter nach LWOH – St. Paul the Apostele in Nord-Mazedonien.
Über die mazedonischen Berge folgt der ILS 01, mit wunderschönem Anflug über die Stadt und den See. Für den Einflug nach Nord-Mazedonien muss man vorab Flugzeugpapiere und Versicherungsbestätigung an die Behörden schicken, Details findet man in der AIP GEN. Die Gegend um den Ohridsee hat eine faszinierende Geschichte zwischen Osmanischem Reich und Doppelmonarchie. Kirchen stehen neben Moscheen eine wirklich faszinierende Atmosphäre!
Wir entschieden uns nach Hvar LDSH in Kroatien zu fliegen. Für die Einreise nach Europa benötigen wir allerdings einen Flugplatz mit Zoll und Personenkontrolle somit mussten wir einen Zwischenstopp in Brac LDSB einlegen. Nach einem wunderschönen Flug entlang der kroatischen Küste landeten wir auf RWY 03 in Brac. Nach Tanken und Zollformalitäten ging es dann weiter nach LDSH. Hier gibt es eine 750m lange Grasspiste. Wir hatten uns vorher informiert, die Piste war frisch gemäht und auch eine PC12 war dort gelandet. In LDSH gibt es keine Infrastruktur und keinen Betriebsleiter, somit sind Blindmeldungen abzugeben.
Wir landeten auf der 28, nach Parken und des Flugzeuges sichteten wir ein geparktes schwarzes Mercedes Vito Taxi, Andro wartete schon auf uns. Sein Bruder arbeitet als Lotse und hat ihn über unseren Anflug informiert. sehr praktisch, ‚Request Taxi‘ mal anders. Am nächsten Tag flogen wir direkt von LDSH zurück nach Vöslau, Kroatien war ja inzwischen auch Schengen Mitglied somit war kein Zwischenstopp an einem Flughafen mit Personenkontrolle nötig. Für die Steiermark, Niederösterreich und Wien waren für den Nachmittag starke Gewitter vorhergesagt, wir starteten daher schon um 06:30 z. Nach dem Abflug in LDSH erbaten wir IFR pickuo und kurz danach gab es von Split Radar ein ‚direct STEIN‘. So einfach kann IFR fliegen sein. Über Ungarn konnten wir den sich in der Steiermark aufbauenden Gewittertürmen zuschauen, auf unsere Route war perfektes Flugwetter und so landeten wir nach einem schon fast langweiligen IFR Flug gegen Mittag in Vöslau.
Die sich an diesem Vormittag im Bereich Hartberg aufbauenden Gewittertürme wurden am Nachmittag dann der OS434 zum Verhängnis, Einflug in eine Hagelzelle im Anflug auf Wien, der A320 erlitt schwere Schäden an den Cockpitscheiben, den Flügeln und den Radom. Zum Glück konnte das Flugzeug sicher landen und es wurde niemand verletzt.











