Lenny Kravitz in Pula

Text und Fotos: Stevan Borozan

Manchmal braucht es keinen großen Expeditionsplan, kein exotisches Ziel und keine wochenlange Vorbereitung. Manchmal genügt ein Konzertticket. In unserem Fall: Lenny Kravitz live in der Arena von Pula.

Das Ziel war also schnell definiert. Medulin sollte unser Zielflugplatz werden – LDPM. Dank nur zweier Personen in der C172 war auch die Treibstofffrage rasch beantwortet: Wir würden volltanken und den gesamten Trip ohne Tankstopp absolvieren können.

Der Abflug in Bad Vöslau verlief entspannt. Über dem Semmering zeigte sich eine kleine Regenwolke, die uns ein paar Tropfen spendierte, aber mehr auch nicht. Die Sicht blieb ausgezeichnet, wir waren durchgehend VMC unterwegs und kurz darauf verschwand auch die letzte Spur des wechselhaften Wetters. Vor uns lagen Sonne und ruhige Luft.

Besonders angenehm war der Service von Wien Information. Noch bevor wir überhaupt daran dachten nachzufragen, bot man uns proaktiv an, den Durchflug durch die Grazer Kontrollzone direkt bis zum Radlpass abzuklären. Wenige Minuten später wurden wir bereits an Graz Radar übergeben, unkompliziert und professionell.

Hinter dem Radlpass wurde der Funkverkehr beinahe verdächtig ruhig. Slowenien präsentierte sich an diesem Tag von seiner entspannten Seite. Wenig Verkehr, klare Verständigung und keinerlei Hektik. Auch in Kroatien blieb es angenehm. Nach der Übergabe an Pula Radar (ohne Zagreb Information dazwischen) wurden wir von jener Stelle betreut, die den gesamten Luftraum über der istrischen Halbinsel überwacht.

Blick auf Rijeka

Der Anflug auf Medulin führte uns schließlich über die Küste mit wunderschönen Blicken auf das Meer. Ein kurzes Stück ging es über das Meer, allerdings stets in komfortabler Gleitdistanz zum Festland. Pula Tower übernahm die letzten Meilen – die Lotsen sind auch für Medulin zuständig. Nach der Landung meldeten wir uns wie angewiesen mit einem einfachen „on the ground“ ab, und schon gehörte der Nachmittag uns.

Anflug über Pula
An der Küste

Bis zum Konzert war noch reichlich Zeit. Also ging es zuerst an den Strand. Ein Spaziergang entlang der Küste, kristallklares Wasser und eine Wassertemperatur, die beinahe dazu zwang, sofort schwimmen zu gehen. Der perfekte Kontrast zum Flugtag.

Am Abend zog es uns nach Pula. Die Altstadt war voller Menschen, die gleiche Idee hatten wie wir. Vor dem Konzert stärkten wir uns mit schwarzem Risotto und alkoholfreiem Bier, bevor wir uns Richtung Arena aufmachten.

Und dann begann die Show.

Die römische Arena von Pula ist schon ohne Konzert beeindruckend. Mit tausenden Besuchern, perfekter Beleuchtung und Lenny Kravitz auf der Bühne wird daraus etwas ganz Besonderes. Vom ersten Song an lieferte er einen unglaublich energiegeladenen Auftritt ab. Noch erfreulicher: Wir stellten fest, dass wir deutlich mehr seiner Songs kannten als ursprünglich gedacht. Die Stimmung war großartig und die historische Kulisse machte den Abend unvergesslich.

Lenny Kravitz live in der Arena

Der nächste Morgen begann sehr früh. Die Wettervorhersagen waren schon am Vortag eindeutig: Für den Nachmittag wurden entlang großer Teile der Strecke Regen und Gewitter prognostiziert. Also hieß es früh aufstehen und zeitig starten.

Abflug über Medulin
Blick auf Istrien

Bei Maribor waren Regenschauer vorhergesagt und auch aus der Entfernung sehr gut erkennbar. Statt auf eine Lücke zu hoffen, umflogen wir das Gebiet großräumig über kroatisches Gebiet. Wenig später flogen wir wieder unter strahlend blauem Himmel.

Der Rest des Heimflugs verlief völlig unspektakulär, was bekanntlich oft die beste Art von Flug ist. Die Tankplanung ging perfekt auf, die Reserven blieben komfortabel und kurz darauf setzten wir wieder in Bad Vöslau auf.

Ganz vorbei war das Urlaubsgefühl damit allerdings noch nicht. Zum Glück hatten wir uns am grünen Markt in Pula noch mit etwas frischem Obst eingedeckt. So konnten wir beim Heimkommen noch ein letztes Stück istrischen Sommer genießen.

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