Bei unserer Flugplanung war es uns besonders wichtig, bereits am ersten Tag möglichst weit in Richtung England zu gelangen. Von dort aus wollten wir die weitere Route flexibel an die jeweilige Wetterentwicklung anpassen und vor allem herausfinden, wie weit wir unter den gegebenen Bedingungen in den Norden Schottlands vordringen könnten.

Da die Wetterlage im Norden Großbritanniens und über Irland sehr wechselhaft und teilweise schwer vorhersehbar war, mussten wir unsere Route in der Folge beinahe täglich neu planen. Als VFR-Piloten sind wir in besonderem Maß von den aktuellen Wetterbedingungen abhängig. Daher begann jeder Flugtag zunächst mit einer ausführlichen Wetteranalyse. Auf dieser Grundlage prüften wir die verschiedenen Möglichkeiten und entschieden, welche Route sicher und sinnvoll geflogen werden konnte.

Bei der Planung war SkyDemon für uns ein äußerst hilfreiches Werkzeug. Besonders wertvoll waren die übersichtliche Darstellung der Luftraumstruktur sowie die Informationen zu Flugbeschränkungsgebieten und Kontrollzonen. Auch die Erfahrungsberichte anderer Piloten zu den einzelnen Flugplätzen erwiesen sich als sehr nützlich. Sie enthielten unter anderem Hinweise zu Landegebühren, Öffnungszeiten, der Verfügbarkeit von Treibstoff sowie zu erforderlichen Landegenehmigungen oder PPR-Anfragen. Um sicherzugehen, überprüften wir diese Informationen zusätzlich auf den offiziellen Webseiten der jeweiligen Flugplätze. 

Da mehrere Überwasserflüge vorgesehen waren, hatten wir selbstverständlich Schwimmwesten an Bord. Gleichzeitig versuchten wir, die Strecken über offenem Wasser möglichst kurz zu halten. Während der Überquerungen hielten wir für den Fall einer Notwasserung regelmäßig Ausschau nach Schiffen, Bohrinseln oder anderen möglichen Anlaufpunkten.

Auch mögliche Ausweichflugplätze wurden bereits bei der Planung berücksichtigt. Aufgrund der teilweise sehr niedrigen Wolkenuntergrenzen – insbesondere ab Mittelengland bis nach Schottland – war es häufig nicht möglich, größere Flughöhen zu erreichen. Teilweise lag die Wolkenbasis nur bei etwa 3.000 Fuß. Dies wirkte sich auch auf die Überwasserstrecken aus, bei denen wir gelegentlich in vergleichsweise geringer Höhe unterwegs sein mussten.

Grundsätzlich stellten die Wasserüberquerungen weder hinsichtlich der Orientierung noch aufgrund der Wetterbedingungen ein besonderes Problem dar. Die stärksten Turbulenzen erlebten wir nicht über dem Wasser, sondern während unserer Überlandquerung Südenglands auf der Strecke von Portsmouth nach Duxford. Aufgrund der Nähe zu den kontrollierten und beschränkten Lufträumen rund um London konnten wir teilweise nur in einer Höhe von etwa 1.500 bis 2.000 Fuß fliegen. In dieser niedrigen Flughöhe gerieten wir manchmal in relativ starke Turbulenzen und wurden ordentlich durchgeschüttelt.

Um den Funkverkehr und die (häufigen) Frequenzwechsel möglichst reibungslos zu gestalten, notierten wir bereits vor dem jeweiligen Flug alle für die Strecke relevanten Funkfrequenzen aus SkyDemon, sodass wir beim Umstellen auf neue Frequenzen immer gut vorbereitet waren. Ganz wesentlich waren die in Großbritannien notwendigen, aber offensichtlich einen Flugplan ersetzenden PPR-Anfragen bei den Zielflugplätzen. Mit Flugplänen bei innerbritischen Flügen konnte kaum jemand etwas anfangen, sodass wir in weiterer Folge darauf verzichtet haben. Bei grenzüberschreitenden Flügen waren natürlich die erforderlichen Flugpläne rechtzeitig vorzubereiten.

Für die Wetterplanung nutzten wir neben dem integrierten Wetterbereich von SkyDemon vor allem die Anwendungen AeroWeather, Windy, Clime und Meteoblue. Der Vergleich mehrerer Wettermodelle und Wetterquellen ermöglichte es uns, die jeweilige Wetterentwicklung möglichst umfassend einzuschätzen und unsere Route laufend an die aktuellen Bedingungen anzupassen.

Hilfreiche Links mit sehr brauchbaren Empfehlungen auch mit weiterführenden Tipps und Links sind jedenfalls:
https://fliegen-in-frankreich.de/
https://www.fliegen-in-uk.de/

Da wir bereits seit vielen Jahren gemeinsam fliegen und über viel Flugerfahrung im Ausland verfügen, hat sich im Laufe der Zeit ein sehr eingespieltes und effizientes Cockpit-Management entwickelt. Die Aufgabenverteilung zwischen Piloten und Copiloten ist dabei klar strukturiert und routiniert, wodurch Arbeitslast und Entscheidungsprozesse optimal koordiniert werden können. Dies trägt wesentlich zu einem ruhigen, sicheren und effizienten Ablauf während der Flüge bei.

Insgesamt zeigte sich, dass das Fliegen in Großbritannien (und natürlich auch in Frankreich) trotz der zahlreichen Besonderheiten und Herausforderungen bei sorgfältiger Flugplanung jederzeit sehr entspannt und sicher durchgeführt werden kann.

In der unten gezeigten Karte sind Kontaktnamen der Crew, Kennzeichen, Datum und Dauer der Reise angegeben. Bitte entnehmt die Mailadressen der Crew aus dem AID.

Überflogene Staaten / Länder

 

Unser Flugzeug  OE-KDI DA40-TDI

 

Geflogene Route und Map

 

LOAV ⇒  EDTF ⇒ LFAT ⇒ EGMC ⇒ EGHJ ⇒ EGHF ⇒ EGSU ⇒ EGSC ⇒ EGPN ⇒ EGCK ⇒ EGJB ⇒ LFRD ⇒ LFDK ⇒ LFMK ⇒ LFHO ⇒ LFGA  ⇒ LOLS ⇒ LOAV

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