Öflyg till Sverige
Text und Fotos: Anita Just & Josef Pfleger
Wir starten vormittags mit der OE-DCL aus Vöslau in den Norden los, mit dem Plan, es möglicherweise dieses Jahr bis nach Norwegen zu schaffen. Nach rund 2h Flugzeit legen wir einen Tankstopp in Bauzen ein. Schon bei der Landung liegen dunkle Wolken über dem Platz. Beim neuerlichen Start blitzt es um uns herum, bis wir steigen und uns weiter vom Platz entfernen. Dafür werden wir später am Flug mit zahlreichen Regenbogen belohnt.
Nach weiteren rund 2h Flugzeit ist unser Tagesendziel, der Flugplatz Vellinge in Sicht. Nach der Landung auf der Graspiste begrüßt uns die flugplatzeigene Katze, die auch anwesende Dame meint dazu „our best employee, keeps us free of mice“.
Vellinge liegt etwas außerhalb von Malmö, aber ein Uber ist schnell bestellt und bringt uns in etwa 30 Minuten zu unserer Unterkunft, „The More Hotel Västra Hamnen“, in Gehweite zum Zentrum und zur Küstenpromenade. Es ist herrliches Wetter, wir schlendern durch die Stadt und am Meer entlang und sehen den Leuten beim Baden zu. Es ist kurz vor der Sommersonnenwende, die Sonne geht erst um 22:00 unter, und wir werden somit noch mit einem wunderschönen Sonnenuntergang über dem Meer belohnt.
Am nächsten Tag geht es per Uber wieder zurück zum Flugplatz. Schweden zeigt sich weiterhin mit sonnigem Wetter. Der Flugplatz ist sehr ruhig und von Feldern umgeben, kurz vor dem Start müssen wir noch einen Augenblick warten, bis ein Reh unsere Startbahn wieder „freigegeben“ hat. Bevor wir uns weiter die Küste entlang begeben, sehen wir uns noch Malmö und vor allem die eindrucksvolle lange Brücke (Øresund) nach Dänemark aus der Luft an.
Danach ist es ein ruhiger Flug bei bester Sicht an der Westküste von Südschweden entlang. Wir genießen die Aussicht auf das Meer mit allen Blau- und Grüntönen und den schier endlosen Stränden.
Eine knappe Stunde später landen wir auf der Graspiste in Hoganäs und werden äußerst freundlich von Mikael Gustafsson am Flugplatz empfangen. Er erzählt uns, dass es später am Tag ein „Fly-in“ mit gegrillten Heringen bei ihnen am Flugplatz gibt und dass sie auch Zimmer direkt im Clubgebäude hätten, wo wir gerne übernachten könnten. Schnell ist die Entscheidung gefasst, wir bleiben!
Mikael borgt uns Fahrräder, und wir machen uns gleich in die Stadt auf, wo wir im Sonnenschein erst mal ein kühles Getränk zu uns nehmen. Danach radeln wir weiter die Küste entlang, kleine Strandhäuschen, schilfgedeckte Dächer und blühende Wildrosen säumen den Weg.
Am späteren Nachmittag ist es soweit, aus allen Richtungen Motorengeräusche. Der Flugplatz füllt sich rasch mit landenden Fliegern, einige aus Schweden, aber auch aus dem nicht weit entfernten Dänemark kommen Leute zum „Flying Herring“. Wir bestaunen die Flugzeuge, plaudern mit den Leuten und werden exzellent verköstigt. Kurz vor 22:00 sind wieder alle abgeflogen, wir bleiben alleine im Clubhouse zurück und trinken noch ein Leichtbier zum Sonnenuntergang. Was für ein Erlebnis, mit Blick auf unseren Flieger übernachten zu können!
Am nächsten Tag holen wir uns Frühstück (Zimtschnecken!) beim nahegelegenen Supermarkt, füllen noch unseren Tank und starten wieder los. Wieder ist das Wetter traumhaft! Wir fliegen die Küste entlang und sehen uns die Halbinsel aus der Luft an. Weiter geht es über Göteborg und die ersten Schären in zunehmend bewaldetes Gebiet ins Inland.
Unser heutiges Ziel ist Trollhättan, wir landen auf der Asphaltpiste und lassen uns mit dem Taxi in die Stadt bringen. Das wiederum kurzfristig gebuchte „Albert Kök Hotell & Konferens“ liegt auf einem Hügel mit Blick auf den Fluss und herrlicher Aussicht, eine echte Empfehlung. Wir spazieren in die nicht weit entfernte Innenstadt und nachher den Fluss entlang bis zu den Staustufen des architektonisch schönen Wasserkraftwerks. Danach schlängelt sich der Fluss durch Schluchten und zunehmend Wälder. Wir essen direkt im Hotel zu Abend, was sich als eine exzellente Wahl erweist.
Am nächsten Tag entscheiden wir uns kurzfristig für einen Ausflug nach Visingsö, inmitten des Vätternsee. Es hat sich nämlich zu diesem Zeitpunkt mittlerweile abgezeichnet, dass das Wetter in Norwegen in den nächsten Tagen nicht besser wird, es dafür in Schweden allerdings umso schöner bleibt, daher passen wir flexibel unsere Route an.
Wir landen auf einem einsamen Flugplatz mitten im Naturparadies. Allerdings liegt direkt im Endanflug ein Golfplatz, wir hoffen also bei der Landung auf der Graspiste sehr, dass hier schon geübtere Golfer am Werk sind! Wir parken den Flieger, borgen uns die in Schweden glücklicherweise fast immer auf den kleinen Flugplätzen vorhandenen Fahrräder aus und radeln die Insel ein Stück ab. Brütende Wildgänse und andere Vogelvielfalt sind überall, auf den grünen Wiesen grasen Pferde. Nach ein paar Metern müssen wir stehenbleiben und ein Minipony auf der Weide begrüßen, das uns danach noch minutenlang hinterher wiehert als wir weiterfahren. Schade, dass es keinen Platz im Flieger hat!
Die Insel ist wunderschön, sehr ruhig und idyllisch. Hierhin kommt man üblicherweise nur mit längerer Anfahrt und Fähre oder natürlich mit dem Flieger. Wir sehen uns die Überreste einer alten Burg an, trinken Kaffee und essen „Stjerneskud“ (eine Art Salat mit Garnelen und Lachs auf Brot) bevor wir uns wieder zum Flugplatz aufmachen.
Nach Abflug umfliegen wir noch einmal die Insel bevor wir dann weiter ins Landesinnere fliegen. Als Tagesziel haben wir Stegeborg gewählt, eine Halbinsel inmitten der Schären.
Bei starkem Wind drehen wir vor der Landung noch eine Runde mit Aussicht auf die Burg, bevor wir auf einer einsamen Graspiste landen, kein Flieger außer unserem in Sicht. Wir parken die DCL und werden sofort von einem Schwarm von Fliegen umkreist. Bis zu unserer Rückkehr nach LOAV beschäftigen wir uns immer wieder mit Fliegenjagd im Cockpit.
Wir schnappen unser Gepäck und machen uns auf einen kurzen Fußmarsch durch den Wald zu unserem heutigen Quartier, dem „Stegeborg Trädgardshotell“. Auch hier gibt es wieder Fahrräder zum Ausleihen, und kurz darauf radeln wir schon wieder gegen den Wind. Wir besichtigen die Burg aus der Nähe und unternehmen eine kleine Wanderung mit Aussicht auf die Schären in der Abendsonne. Danach lacht uns schon das Lokal direkt am Wasser bei der Rollfähre an.
Am nächsten Morgen spazieren wir nach dem Frühstück wieder zu unserem Flieger. Der Flugplatz ist weiterhin einsam, die Sonne lacht, der Wind hat nachgelassen. Wir starten und drehen nochmals eine Runde über die Burg, bevor wir wiederum die herrliche Aussicht über die Schären genießen. Wir landen kurz in Västervik für einen Tankstopp (sehr schön gelegener Flugplatz mit Asphaltpiste), bevor wir dann nach Visby, auf Gotland und diesmal einem etwas größeren Flughafen weiterfliegen. Wir spazieren an der Straße und am Golfplatz entlang zum Terminal und nehmen uns ein Mietauto, da wir die Insel erkunden wollen. Zufälligerweise haben wir genau „Midsommar“ erwischt an diesem Tag, die wunderschöne mittelalterliche Stadt Visby mit ihrer Stadtmauer zeigt sich in bester Feierlaune, mit tanzenden und singenden Menschen überall.
Es ist so schön warm und sonnig, dass wir nach einer Fahrt zum Strand sogar kurz ins Meer springen – ok, nur einer von uns, die andere Hälfte watet nur bis zu den Knien, das Wasser ist doch etwas frisch. Unsere Unterkunft „Galleriet BnB“ haben wir diesmal dank Mietauto etwas außerhalb gewählt. Es ist herrlich ruhig, und wir lassen den Sommerabend bei zuvor eingekauften Getränken auf der wunderschönen Terrasse ausklingen. Am nächsten Morgen wartet ein exzellentes Frühstück auf uns, bevor es wieder retour zum Flugplatz geht.
Das Wetter hat sich nun zum ersten Mal seit Beginn unserer Reise eingetrübt. Da wir uns nun schon langsam auf den Rückweg machen, wählen wir wetterbedingt letztendlich Bornholm als heutiges Ziel aus. Wir starten bei Bewölkung und müssen im Laufe des Fluges immer mehr das Wetterradar im Auge behalten. Über Bornholm weichen wir noch einem Gewitter aus, bevor wir am Flughafen Ronne landen können. Vor allem für die Nicht-Piloten an Bord eine spannende Situation.
Wir steigen bei Regen aus dem Flieger aus. Im Landeanflug haben wir wohlweislich schon die Situation mit Unterkünften gecheckt und uns angesichts des Wetters für das „Griffen Spa Hotel“ entschieden. Wir fahren mit dem Bus in die Stadt und checken ein, den restlichen verregneten und windigen Nachmittag verbringen wir somit im Spa – in der Sauna oder im windgeschützten Whirlpool mit Aussicht auf das aufgepeitschte Meer. Abends lassen wir uns dann wieder den obligatorischen Lachs schmecken – Fisch ist wie überall im Norden ausgezeichnet!
Am nächsten Tag heißt es leider schon „backtracken“, zurück nach LOAV. Damit die Strecke nicht zu lange wird, unterbrechen wir allerdings noch mit einem Zwischenstopp in Prag, Letnany. Wir nehmen die U-Bahn in die Stadt, spazieren eine Runde und gehen eine Kleinigkeit essen. Durch Wolken geht es dann zurück nach Vöslau, wo wir die letzten aus Stegeborg mitgebrachten Fliegen entsorgen und den Flieger zufrieden von der schönen Reise im Hangar parken.
Fazit: Schweden mit seiner wunderschönen Natur, dem ungewöhnlich sonnigen Wetter, den äußerst freundlichen Leuten, der unkomplizierten Routen- und Unterkunftsplanung (außerhalb der Hauptsaison) und dem exzellenten Essen hat uns sehr beeindruckt.






















